Verkehrsschau mit Verkehrspolitiker aus dem Landtag

Dringender Sanierungsbedarf im Neckar-Odenwald-Kreis – FDP fordert mehr Mittel für Infrastruktur.
Im Rahmen eines Besuchs im Neckar-Odenwald-Kreis haben sich Vertreter der FDP ein Bild vom desolaten Zustand zahlreicher Landesstraßen, Brücken und Stützbauwerke gemacht. An der Begehung nahmen unter anderem der FDP-Bundestagsabgeordnete Valentin Abel, der FDP-Kreisvorsitzende und Bürgermeister von Obrigheim Achim Walter, der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Jung sowie Max Sigmund, Kreisgeschäftsführer der FDP Neckar-Odenwald, teil. Stationen des Besuchs führten nach Buchen, Waldbrunn, Neckargerach, Mosbach und Obrigheim. Dabei wurde deutlich, wie dringend der Sanierungsbedarf in der Region ist, um Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung sicherzustellen.
L585 mit der Hollerbachbrücke
Ein besonders dringendes Beispiel ist die L585 mit der Hollerbachbrücke, die künftig als Umleitungsstrecke während der Sanierung der B27 genutzt werden soll. Aktuell erfüllt die Hollerbachbrücke jedoch nicht die nötigen Anforderungen. Sie ist lediglich einspurig befahrbar, hat eine Fahrbahnbreite, die nur Platz für einen PKW bietet, und unterliegt einer Gewichtsbeschränkung von 24 Tonnen. Um diese Strecke fit für den modernen Schwerlastverkehr und ihre Funktion als Umleitungsstrecke zu machen, muss die Brücke dringend verbreitert und für höhere Lasten ausgebaut werden.
L634 zwischen Schollbrunn und Neckargerach
Ein weiteres Beispiel ist die L634 zwischen Schollbrunn und Neckargerach, deren Zustand sich seit Jahrzehnten kontinuierlich verschlechtert. Statt einer grundlegenden Sanierung wird die Straße lediglich notdürftig und abschnittsweise geflickt, was langfristig zu einer weiteren Verschlechterung führt. Diese Strecke ist von großer Bedeutung, da sie den Lieferverkehr wirtschaftstragender Unternehmen wie Mosca und Fenestra in Waldbrunn sichert. Eine Kernsanierung ist hier unverzichtbar und darf nicht länger aufgeschoben werden.
L527 zwischen Neckargerach und Reichenbuch
Ein besonders erschreckendes Bild zeigt sich auf der L527 zwischen Neckargerach und Reichenbuch. Der Zustand dieser Strecke kann kaum noch als Straße bezeichnet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Straßen in besserem Zustand als diese Huckelpiste, die in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. Die Straße wurde von Anfang an falsch gebaut, und nun sackt sie sukzessive den Hang hinunter. Minister Peter Hauk sollte sich in seinem eigenen Wahlkreis einmal ein Bild von diesem katastrophalen Zustand machen. Hier ist ein kompletter Neubau unausweichlich, um die Verbindung dauerhaft sicherzustellen.
FDP fordert mehr und schnellere Sanierungsmittel
Die aktuelle Finanzierungslage erschwert dringend notwendige Maßnahmen wie diese. Der Doppelhaushalt der grün-schwarzen Landesregierung sieht lediglich 185 Millionen Euro jährlich für Sanierungen vor – viel zu wenig angesichts des enormen Investitionsstaus. Darüber hinaus werden die Probleme seit Jahren beobachtet, ohne dass konsequent gehandelt wurde. Die FDP fordert daher nicht nur eine Erhöhung der Sanierungsmittel auf mindestens 250 Millionen Euro jährlich, sondern auch eine deutlich schnellere Umsetzung der Projekte.
Der Neckar-Odenwald-Kreis zeigt eindrücklich, welche Auswirkungen jahrelange Untätigkeit und unzureichende Investitionen in die Infrastruktur haben. Straßen, Brücken und Stützbauwerke bilden das Fundament für Mobilität, Sicherheit und wirtschaftliche Stärke – besonders in ländlichen Regionen wie dieser. Die Zeit des Zögerns muss ein Ende haben!